Ein Blick zurück


Wie fing alles mal an? In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg entstanden überall in Deutschland auf Initiative von Dr. Gustav Rau ländliche Reitervereine. Bei geringem Bedarf des Militärs an Pferden sollte der Pferdezucht ein neuer Weg geschaffen werden. In Exter gründeten zwei ehemalige Kavalleristen, Friedrich Hoberg und Dietrich Müller den Reiterverein. In der ersten Versammlung im Oktober 1925 meldeten sich 13 Pferdefreunde um den Verein zu gründen. Ein Vorstand wurde gewählt, mit Dietrich Müller als erstem Vorsitzenden, Heinrich Vogelsang als Stellvertreter, dem Reitlehrer Friedrich Hoberg, dem Kassierer Willi Stille und dem Schriftführer Hans Wrachtrup.

Im Sommer 1927 veranstaltete der Reiterverein “von Bismarck" das erste Turnier. Die inzwischen gekaufte Standarte wurde während des Turniers geweiht. Leider musste sie nach 1933 der damals herrschenden Partei übergeben werden.

Für die Reitstunden standen der Mühlenhof (Müller) und später die Steinkuhle bei Obermowe's zur Verfügung. Auf dem Gelände von Landwirt Pönnighausen im Solterwisch trafen sich 1928 Reiterinnen und Reiter aus dem Kreis Herford zum ersten Kreisturnier. Eine Unterbrechung erfuhr das Vereinsleben durch den zweiten Weltkrieg, in den junge Reiter mit ihren Pferden ziehen mussten. Nicht  alle kehrten zurück.

Nach dem Krieg setzten sich Hans Wrachtrup und Gustav Lindemann für eine Reaktivierung des Vereins ein. In einer Versammlung am 12.12.1948 im Vereinslokal “Ellermann " wurde er wieder ins Leben  gerufen. Alte und jüngere Mitglieder fanden sich zur Mitarbeit bereit. Die Vorstandwahl ergab: Vorsitzender Hans Wrachtrup, Kassierer Willi Stille, Schriftführer Gustav Lindemann und Reitlehrer Paul Möller. In der Sandkuhle bei Landwirt Künsting-Vogelsang entstand in Eigenarbeit ein schöner Springplatz. Am 5. Februar 1949 konnte die erste Reitstunde dort stattfinden. Ein Werberitt durch die Gemeinde am 1. Mai 1949 machte auf den Verein aufmerksam. In der neuen Reitbahn konnte Reit- und Fahrunterricht erteilt werden. Dazu hatten sich die Reitervereine Exter und Valdorf zusammengeschlossen. Im März 1950 übernahm Helmut Möller das Amt des Reitlehrers. Im Vordergrund stand zunächst das Training für das Kreisturnier in Enger Anfang Juli. Ein Sechserzug wurde zusammengestellt, mit dem Helmut Möller seine Runden durch das Dorf fuhr. Dieses  Vorhaben hatte Schwierigkeiten mit der Beschaffung der fehlenden Kummetgeschirre  bereitet. Beim Turnier kam die Abteilung des Vereins auf den sechsten Platz.  Helmut Möller errang mit seinem Gespann den zweiten. 1952 organisierte der Verein in Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Handel und Gewerbe ein Volks-und Erntefest im August auf Lübke's Feldern. 36 Mitglieder wies der Reiterverein jetzt auf.

In der Jahreshaupversammlung am 23.01.1952 war ein neuer Vorstand gewählt worden, der sich wie folgt zusammensetzte: Erster Vorsitzender Hans Wrachtrup,  Stellvertreter Fritz Kahre, Schriftführerin Lore Pieper, Kassierer Willi Stille und Reitlehrer Helmut Möller. Um den Reitbetrieb auch im Winter durchführen zu  können, stellte Hans Wrachtrup 1954/55 seine Scheune als Reitbahn zur Verfügung.

Spenden der Mitglieder ermöglichten diese Einrichtung mit weichem Sandboden und kleiner Tribüne. Als weiterer Reitlehrer unterstützte nun Theodor Obermowe Helmut  Möller. Der Verein zählte inzwischen 54 Mitglieder. Mit 14 Kindern entstand 1963 eine Voltigierabteilung, die von Herrn Tiedt und seiner Tochter Margret geleitet  wurde. In diesem Jahr legte Hans Wrachtrup sein Amt als Vorsitzender nieder.  Nachfolger wurde Paul Möller. Er trat aus gesundheitlichen Gründen 1975 zurück. Das Amt des ersten Vorsitzenden übernahm dann Rudolf Düstersiek und versah es 28 Jahre mit großem Geschick, Passion und unermüdlichem Einsatz. Ende des Jahres 2003 zog sich Rudolf Düstersiek aus gesundheitlichen Gründen als 1. Vorsitzender zurück und wurde Ehrenvorsitzender. Sein Amt übernahm Hans Herbert Obermowe. Rudolf Düstersiek verstarb am 29. September 2008 im Alter von 75 Jahren.